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| (Quelle: Mannheimer Morgen, den 13. Mai 2003) |
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| Fünfzig Jahre Musik von ihrer leichten Seite
SCHLAGER: Revue "Do You Remember?" feiert im Rosengarten Premiere
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| Der Griff in die Plattenkiste hat schon so manchem Abend eine überraschende Wendung gegeben. Alte Hits, jahrelang nicht mehr gehört, wecken Erinnerungen und lassen vergangene Zeiten wieder auferstehen. Bei einigen Liedern geht dann so ein wissendes Raunen durchs Wohnzimmer, während fast vergessene Bilder im Kopf vorbei ziehen. Im Rosengarten wurden einige dieser Bilder noch einmal Wirklichkeit, zumindest für knapp drei Stunden. |
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| "Do You Remember?" hieß das Nostalgie-Programm, das am Sonntagabend Premiere feierte. Von Petticoats bis Piercings holten die Musiker des Kulturnetzes Mannheim/Rhein-Neckar fünf Jahrzehnte musikalisch zurück ins Bewusstsein. "That's Entertainment" - der erste Titel der Revue - gab die Richtung vor: Unterhaltung ist alles. Nicht um kanonische Vollständigkeit oder um hintergründige Erklärungsversuche der rasanten Veränderungen ging es, sondern um den kurzweiligen Zeitsprung rückwärts. Und der gelang. |
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| Die Liedauswahl war dem Ziel angepasst: Deutscher Schlager, angeführt von "Kalkutta liegt am Ganges", repräsentierte im Musensaal die Fünfzigerjahre. Für die wilden Sechziger standen die Beatles und ein Flower-Power-Medley, die Rolling Stones dagegen mussten leider ganz draußen bleiben. Die Siebzigerjahre als Jahrzehnt der Tanzfläche - ideal für die Musik-Revue: Die Disko-Hits und ein ABBA-Medley zählen zu den Höhepunkten des Abends. |
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| Die Neue Deutsche Welle füllte den Achtzigerjahre-Teil - schade, hier hätte es mehr gegeben. Der Rückblick auf das gerade vergangene Jahrzehnt zeigte, dass Nostalgie Abstand braucht. Die "Ahs" und "Ohs" im Publikum wurden deutlich weniger - war doch manch einer froh, Bands wie "Tic Tac Toe" gerade vergessen zu haben. |
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| Das Ensemble manövrierte sich sehr solide durch den abwechslungsreichen Abend. Den Sängern Peter Baltruschat, Frank Landua, Annette Kienzle und Claudia Domjanic gelang es phasenweise glänzend, in die verschiedensten Sanges-Rollen zu schlüpfen. Die fünfköpfige Band (Leitung: Michael Quast) folgte ihnen dabei sicher, aber manchmal etwas zurückhaltend. Die Brüche zwischen den Caprifischern und Nenas 99 Luftballons hätten durchaus deutlicher sein dürfen. |
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| Den Zeitenwechsel lebendig machte das Tanzensemble. Präzise und abwechslungsreich füllten die Tänzer die Bühne mit Leben (Choreographie: Susanne Skrobarczyk), wahlweise auf dem Jahrmarkt der Fünfziger oder später auf dem BMX-Rad. Originalkostüme einige Details sorgten für reichlich Wiedererkennungseffekte. |
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| Die Zusammenstellungen der Gassenhauer rissen die Zuschauer im fast ausverkauften Musensaal gerade in den frühen Jahrzehnten immer wieder zu Begeisterungsstürmen hin. Mächtig Applaus bekam auch das "Premierenschmanckerl": Der Mannheimer Jochen Brauer, lange Bandleader in der Show "Dalli Dalli", kam auf die Bühne und unterhielt das Publikum mit Saxophon, Klarinette und seiner Stimme. |
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| 50 Jahre Musikgeschichte in zweieinhalb Stunden, das kann nur mit einem kräftigen Augenzwinkern funktionieren. Baltruschat und Landua, die die Revue gemeinsam konzipierten, sorgten dafür: Musik von ihrer leichten Seite. |
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Die nächste Aufführung wird es erst im Winter geben:
29. Dezember, Mannheimer Rosengarten. |
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